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Situiertes Wissen und regionale Epistemologie. Zur Aktualität Georges Canguilhems und Donna J. Haraways

Hg. v. Deuber-Mankowsky, Holzhey. Wien/Berlin: Turia+Kant, 2013

Wie wird das Leben zum Objekt des Wissens? Und wie gestaltet sich das Verhältnis von Leben, Wissenschaft und Technik? Donna J. Haraway und Georges Canguilhem verstehen diese Fragen als politische Fragen und Epistemologie als eine politische Praxis. Die besondere Aktualität von Canguilhems Denken leitet sich aus der von ihm gestellten Frage her, wie sich eine Geschichte der Rationalität des Wissens vom Leben schreiben lässt. Niemand hat die politische Intention dieser Frage besser verstanden als Foucault, der in Canguilhems Nachfolge den Menschen als Lebewesen und dessen Geschichte als Teil der Geschichte der Rationalisierung des Lebens problematisierte. Haraway bezieht sich nicht explizit auf Canguilhem, schließt jedoch in ihrer Auseinandersetzung mit der amerikanischen feministischen Wissenschaftskritik, der Actor-Netzwerk-Theorie, der Philosophie des Pragmatismus und Whiteheads relationistischen Philosophie an die von ihm gestellte Frage an. In dem vorliegenden Band diskutieren namhafte PhilosophInnen, EpistemologInnen und MedienwissenschaftlerInnen aus Frankreich, Belgien und Deutschland offenliegende und verborgene Bezüge, Relationen und Differenzen zwischen dem Konzept des „situierten Wissens“ Haraways und der „regionalen Epistemologie“ Canguilhems. Es ist eine Diskussion, die zugleich interdisziplinär und international ist und damit in doppelter Weise versucht, dem Anspruch der Situiertheit und der Regionalität des Wissens gerecht zu werden.

 

Astrid Deuber-Mankowsky ist Professorin am Institut für Medienwissenschaft der Ruhr-Universität Bochum, Christoph F. E. Holzhey Gründungsdirektor des ICI Berlin Institute for Cultural Inquiry.

Band 7 der Reihe 'Cultural Inquiry' bei Turia + Kant.

282 S., 28 EUR, ISBN 978-3-85132-682-6


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INHALT

  1. Astrid Deuber-Mankowsky, Christoph F.E. Holzhey: Einleitung. Denken mit Canguilhem und Haraway
  2. Jean-François Braunstein: Die Geschichte des Regionsbegriffs in der Epistemologie
  3. Henning Schmidgen: Cyborg Vision. Über eine Konfiguration zwischen Historischer Epistemologie, Wissenschaftsforschung und Medienwissenschaft
  4. Françoise Balibar: Von Canguilhem zu Haraway
  5. Astrid Deuber-Mankowsky: Kritik des Anthropozentrismus und die Politik des Lebens bei Canguilhem und Haraway
  6. Christoph F.E. Holzhey: Kippbilder des Vitalen. Lebenswissen bei Canguilhem und Haraway
  7. Maria Muhle: Vom Vitalen zum Sozialen. Überlegungen zu einem politischen Wissen im Anschluss an Canguilhem
  8. Monique David-Ménard: Die Begrenzung der Wissensfelder bei Kant, Canguilhem und Foucault
  9. Ali Benmakhlouf: Die Abenteuer des Kontextprinzips. Frege und Wittgenstein
  10. Marcus Coelen: Liebe, Situation, Sprache
  11. Marie-Luise Angerer: Die ›biomediale Schwelle‹. Medientechnologien und Affekt
  12. Didier Debaise: Nichtmenschliche Subjekte. Zur Aktualität A.N. Whiteheads
  13. Karin Harrasser: Treue zum Problem. Situiertes Wissen als Kosmopolitik

Bibliographie
Autorinnen und Autoren
Personenregister


 

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